Postulat EVP; Grösseres Angebot von Alters- und Pflegeheimplätzen
Der GR wird gebeten zu prüfen, wie das Angebot an Alters- und Pflegeheimplätzen erweitert werden kann.
Begründung:
Im Altersleitbild von Lyss steht geschrieben, dass die Gemeinde für
bedarfsgerechtes, begleitetes Wohnen und für genügend Pflegeeinrichtungen sorgt.
Die Einwohnerzahl von Lyss hat zugenommen und somit auch die Anzahl der Senioren die irgendwann dringend auf einen Platz im Alters- und Pflegeheim angewiesen sind. Im Altersheim Lyss/Busswil wird die Warteliste derjenigen Personen, die sofort ins Heim eintreten möchten immer länger.
Stellungnahme des Gemeinderats (23. Juni 2003):
Sowohl die absolute Zahl der älteren Bevölkerung von Lyss als auch ihr relativer Bevölkerungsanteil nehmen in den kommenden Jahren zu. Im Rahmen der Entwicklung des Altersleitbildes wurde die laufende Beobachtung der Bedarfsentwicklung als wichtige Massnahme festgehalten.
Der Altersbeauftragte übernahm es, dies in Bezug auf die qualitativen Veränderungen zu tun. Für die Erhebung der quantitativen Bedarfsveränderung sind andere Mittel und Instrumente notwendig. Der Gemeinderat Lyss ist deshalb dazu bereit, den Prüfungsauftrag entgegen zu nehmen.
Aus der Nationalfondsstudie 32 ist bekannt, dass die steigende Lebenserwartung nicht automatisch zu einer Zunahme des generellen Pflegebedarfes führt. Dass die Einschätzung des Bedarfs an Pflegeplätzen vielmehr von zahlreichen Variablen abhängig ist, die ausserdem miteinander dynamisch verknüpft sind. Dementsprechend eine Prognose schwierig ist. Gesundheit, Nationalität, Haushaltsform, Geschlecht und Bildung sind wichtige Einflussgrössen in Bezug auf den Bedarf an Pflegeplätzen im Alter.
Hinzu kommen Einflussgrössen, die noch wesentlich dynamischer sind, wie z.B. neue Pflege-Angebote sowie die aktuelle Marktsituation. Unklar ist auch die Entwicklung in der Medizin (neue Medikamente usw.). Hinzu kommen vermehrt Bedürfnisse im Bereich der Psychogeriatrie, welche je nach dem gemeindlich oder allenfalls regional gelöst werden müssen.
Um einen Bedarf nach einem grösseren Angebot von Alters- und Pflegeheimplätzen für Lysserinnen und Lysser abklären zu können, müssen sowohl Abklärungen und Gespräche mit lokalen wie regionalen Vertreterinnen und Vertretern von Alterseinrichtungen vorgenommen werden.
Erwägungen
Gemeinderätin Margaretha Schär: Der GR ist bereit, dieses Postulat entgegenzunehmen. Die Altersplanung sieht regelmässige Überprüfungen vor. Die Altersplanung war vom Jahr 2000. Die Zahlen, welche im Bericht von 2000 vorliegen, sind jedoch von vorher. Dies ergibt eine Spannweite von ca. 5 Jahren. Eine Zeitdauer, bei der es verantwortbar ist, die Sache genauer zu betrachten. Bis Ende Jahr sollte ein Ergebnis vorliegen. Dies ist noch abhängig von der gewählten Form der Abklärungen.
Es ist ebenfalls noch unklar, wie stark an den vorliegenden Zahlen der Altersplanung angeknüpft werden kann. Das Altersheim Lyss/Busswil ist nicht allein massgebend für die Altersplanung. Die privaten Heime und das Seelandheim Worben sind bereits
einbezogen. Es wird einen grösseren Kreis geben. Man kann nicht nur das Altersheim
Lyss berücksichtigen, wenn andere Heime mitteilen, dass sie viele auswärtige Personen aufnehmen, oder noch freie Heimplätze haben.
Karin Segessenmann: Die Fraktion EVP freut sich über die Annahme dieses Postulates. Es ist dringend nötig, die Alterspolitik weiterzuplanen. Die Dringlichkeitsliste des Altersheims Lyss/Busswil, welche die Betagten erfasst, die sofort ins Altersheim eintreten möchten, zeigt folgende Zahlen auf: Im März 2003 als das Postulat eingereicht wurde, waren es 15 Personen. Heute sind es bereits 22 Personen. Viele Betagte müssen zusammen mit den Angehörigen alternative Lösungen suchen. Dies ist sehr schwierig. Aus diesem Grund hofft die Fraktion EVP, bald neue Lösungen anbieten zu können. Wurde eine Arbeits- oder Spurgruppe gebildet, welche Vorschläge ausarbeitet? Die Fraktion EVP dankt dem GR für die Abklärungen und bittet, diesem Postulat zuzustimmen.
Gemeinderätin Margaretha Schär: Es gab bei der Altersplanung verschiedene Arbeitsgruppen. Momentan gibt es noch keine Spur- oder Arbeitsgruppe. Es ist noch unklar, in welcher Form die Abklärungen getätigt werden. Wenn es nötig ist, wird mit Sicherheit eine Arbeitsgruppe gebildet und die Personen die mitarbeiten möchten miteinbezogen.
Beschluss: einstimmig
Der GGR nimmt das Postulat der Fraktion EVP "Grösseres Angebot von Alters- und Pflegeheimplätzen" entgegen.




